Die Spanische Synagoge


 

Innenansicht der Spanischen Synagoge
An der Stelle des ersten jüdischen Bethauses in Prag, “Alte Schule” genannt, wurde 1868 nach einem Projekt von Vojtìch Ignác Ullmann im maurischen Stil die Spanische Synagoge erbaut. Sie ist ein Zentralbau von quadratischem Grundriss mit einer Kuppel über dem Mittelraum. Von drei Seiten wurden die auf Metalltragwerken ruhenden, ins Hauptschiff offenen Galerien eingebaut. Die Stuckarabesken und stilisierten orientalischen Motive wiederholen sich an den Wänden, aber auch im Schnitzwerk an Türen, Geländern und Galerien. Die Buntglasfenster sowie das Innendekor nach Entwürfen der Architekten A. Baum und B. Münzberger wurden 1893 vollendet. In den Jahren 1836–45 wirkte in der Synagoge, die hier vor dem 1868 errichteten Bau stand, František Škroup, der Komponist der tschechischen Nationalhymne, als Organist.
Der zweite Teil der Ausstellung Geschichte der Juden in Böhmen und Mähren – von der Emanzipation bis auf die Gegenwart knüpft an die Exposition in der Maiselsynagoge an. Er schildert die Geschichte der tschechischen Judengemeinde während der Aufklärung und Emanzipation, in Österreich-Ungarn, in der Ersten Republik (1918–1938), im Protektorat Böhmen und Mähren (1939–1945) sowie in den Nachkriegsjahrzehnten.
Das Jüdische Museum in Prag hat so erfolgreich ein besonders anspruchsvolles Projekt zu Ende geführt – im Jahr des 130. Jubiläums ihrer Gründung wurde die über 20 Jahre geschlossene Spanische Synagoge erneut für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
 

 
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